Auszug aus unseren Satzungen

§ 1 Name und Sitz

Unter dem Namen „Zunft zu Rebmessern“ besteht seit 1958 eine Herrenzunft im Sinne von Art. 60 ff des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Sitz in Reinach BL.

 

§ 2 Zweck und Ziel

Die Zunft bezweckt die Förderung des Guten und Gemeinnützigen, die Gestaltung eines aktiven und geselligen Zunftlebens sowie die Pflege alter Reinacher Bräuche, Sitten und Traditionen. Die Zunft betätigt sich auf kulturhistorischem Gebiet. Insbesondere fördert, betreibt und unterhält sie das Reinacher Heimatmuseum. Sie tätigt auch Vergabungen.

Die Mitglieder der Zunft stehen einander mit Rat und Tat bei.

 

§ 3 Mitgliedschaft

1Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Zunft ist das Reinacher Bürgerrecht und die sichtbare Bereitschaft, im Sinne von § 2 dieser Satzungen tätig zu sein.

2Wer in die Zunft aufgenommen werden will, hat sich beim Zunftrat schriftlich zu bewerben.

Der Zunftrat entscheidet über die Aufnahme eines Kandidaten mit einstimmigem Beschluss.

Ein Bewerber muss von mindestens zwei Zunftmitgliedern empfohlen werden.

3Der Zunftrat kann die Aufnahme eines Kandidaten ablehnen.

4Die Mitgliederzahl der Zunft soll grundsätzlich 100 nicht überschreiten.

 

§ 4 Aufnahme

Die Aufnahme neuer Zunftmitglieder findet jeweils am St. Nikolaus-Tag (6. Dezember / Gründungstag der Zunft) nach einer vom Zunftrat festgelegten Taufzeremonie beim Dorfbrunnen in Reinach statt. Am gleichen Tag hält die Zunft ihr jährliches Zunftmahl ab.

 

§ 5 Zunftzeichen

Anlässlich der Aufnahme erhält das neue Mitglied das Zunftabzeichen, den persönlichen Trinkbecher, das „Hooggemässer“, die Zunftkrawatte, das Zunft-T-Shirt und das Familienwappen in der Ahnengalerie. Das Zunftabzeichen ist bei allen Anlässen oder Veranstaltungen der Zunft zu tragen.

 

§ 6 Jahresbeiträge

1Jedes Mitglied entrichtet einen Jahresbeitrag, dessen Höhe von der Zunftversammlung festgelegt und im Protokoll festgehalten wird. Dieser ist jeweils bis zum 1. Oktober zu bezahlen. Der Jahresbeitrag beträgt im Maximum CHF 500.-- .

2Mitglieder, die ohne ersichtlichen Grund während zwei Jahren keinen Beitrag zahlen, werden aus der Zunft ausgeschlossen. Der Zunftrat kann einem Zunftmitglied den Jahresbeitrag erlassen. Neumitglieder entrichten beim Eintritt in die Zunft einen einmaligen, vom Zunftrat festgesetzten Aufnahmebetrag.

 

§ 7 Haftung

Für die Verbindlichkeiten der Zunft haftet einzig das Vereinsvermögen.

Eine über den maximalen Mitgliederbeitrag hinaus gehende Haftung der Zunftmitglieder für Verbindlichkeiten des Vereins ist ausgeschlossen.

 

§ 8 Auszeichnungen und Ehrungen

Hat sich ein Zunftmitglied besondere Verdienste um die Zunft erworben, kann er mit der Ehrennadel ausgezeichnet oder vom Zunftrat zum Ehrenritter ernannt werden. Ehrungen fallen in die Kompetenz des Zunftrates.

 

§ 9 Tod eines Zunftmitgliedes

Einem verstorbenen Zunftbruder erweisen die Zunftmitglieder nach Möglichkeit durch Teilnahme an der Trauerfeier die letzte Ehre.

Das Zunftbanner ist in der Regel mitzuführen.

 

§ 10 Ausschluss

Zunftmitglieder, die durch ihr Verhalten dem Ansehen der Zunft schaden oder sich kaum am aktiven Zunftleben beteiligen, können durch Beschluss des Zunftrates ausgeschlossen werden (siehe auch § 6.2). Ausgeschlossene oder ausgetretene Zunftmitglieder haben keinerlei Ansprüche auf das Vereinsvermögen und schulden ihren Jahresbeitrag bis zum Ende des laufenden Rechnungsjahres.

 

§ 11 Organisation

Die Organe der Zunft sind:

a) die Zunftversammlung

b) der Zunftrat

c) die Heimatmuseumskommission (HMK)

d) die Rechnungsrevisoren

 

§ 12 Zunftversammlung

a) Ordentliche Zunftversammlung

Die Zunft führt jedes Jahr im November eine ordentliche Zunftversammlung durch.

An der ordentlichen Zunftversammlung werden folgende Geschäfte behandelt:

 

- Mutationen

- Jahresberichte - des Zunftmeisters

- des Präsidenten der

Heimatmuseumskommission

- der Zünftigen

- der Wandergruppe

- Kassabericht des Seckelmeisters

- Revisorenbericht

- Entlastung des Zunftrates

- Entlastung der Heimatmuseumskommission

- Wahlen

- Orientierung über Neuaufnahmen

- Mitgliederbeitrag

- Tätigkeitsprogramm des kommenden Jahres

- Anträge des Zunftrates gemäss Einladung

- Anträge der Zunftbrüder

 

b) Ausserordentliche Zunftversammlung

Eine ausserordentliche Zunftversammlung kann wie folgt angeordnet werden:

- auf Beschluss des Zunftrates

- auf schriftlich begründetes Verlangen von einem Fünftel der
Zunftbrüder, in welchem Fall der Zunftrat sie innert
nützlicher Frist einzuberufen hat.

 

§ 13  Zunftrat

a) Zusammensetzung

Der Zunftrat setzt sich aus sieben Ratsherren zusammen:

- Zunftmeister

- Statthalter

- Schreiber

- Seckelmeister

- Zeremonienmeister

- Siebner, Vertreter der Heimatmuseumskommission

- Siebner

 

b) Organisatorisches

1Der Zunftmeister wird von der Zunftversammlung gewählt. Im übrigen konstituiert sich der Zunftrat selbst. Der Zunftmeister führt den Vorsitz und leitet die Geschäfte der Zunft und des Zunftrates. Bei Verhinderung des Zunftmeisters oder bei dessen Rücktritt besorgt der Statthalter zwischenzeitlich bis zur Ersatzwahl die Geschäfte.

2Rechtsverbindliche Unterschrift führen der Zunftmeister, der Statthalter in Verbindung mit dem Schreiber oder dem Seckelmeister.

3Die Amtsdauer der Ratsherren beträgt vier Jahre und endet jeweils am 31. Dezember.

4Der Zunftrat ist in zwei Wahlgruppen eingeteilt, die sich alternierend alle zwei Jahre zur Erneuerungswahl stellen. Ein neu gewählter Ratsherr tritt in die Amtsdauer seines Vorgängers.

 

§ 14 Heimatmuseumskommission

a) Zusammensetzung

Die Heimatmuseumskommission ist eine permanente Spezialkommission der Zunft und besteht aus:

- Präsident

- Vizepräsident

- Kassier

- Konservator

- Kustos

- Registrator

- Schreiber

- Stubenmeister

- Chef Vermietung

- Weitere Mitarbeiter

 

b) Organisatorisches

Der Präsident wird durch die Heimatmuseumskommission gewählt und ist durch den Zunftrat zu bestätigen. Im übrigen konstituiert sich die Heimatmuseumskommission selbst.

c) Subventionsvertrag und Leistungsauftrag

Die Zunft schliesst mit der Einwohnergemeinde Reinach BL einen Subventionsvertrag über den Betrieb des Heimatmuseums ab.

Die Aufgaben der Heimatmuseumskommission sind im Leistungsauftrag gemäss Subventionsvertrag festgelegt.

 

§ 15 Rechnungsrevisoren

Die Zunft stellt drei Rechnungsrevisoren, die von der Zunftversammlung gewählt werden. Die Amtszeit eines Revisors beträgt sechs Jahre. Die Revisoren prüfen die Jahresrechnung der Zunft und der Heimatmuseumskommission und erstatten der Zunftversammlung schriftlich Bericht.

 

§ 16 Finanzen

1Für die Verwaltung der Zunftfinanzen ist der Zunftrat zuständig. Er entscheidet insbesondere über:

- die Anlage von Kapitalien

- die Verwendung von Einkünften im Sinne von § 2
dieser Satzungen.

2Die Verwendung von Zunftvermögen zum Erwerb von Immobilien, die Aufnahme von Krediten sowie Beteiligungen an fremden Unternehmungen bedürfen der Zustimmung der anwesenden Zunftmitglieder an der Zunftversammlung.

3Das zunfteigene Ausstellungsgut inner- und ausserhalb des Heimatmuseums wird von der Heimatmuseumskommission verwaltet und steht unter der Oberaufsicht des Zunftrates.

4Das Rechnungsjahr der Zunft dauert jeweils vom 1. November bis 31. Oktober.

§ 17 Auflösung

1Eine Auflösung der Zunft zu Rebmessern kann nur durch eine Dreiviertel-Mehrheit der an der betreffenden Zunftversammlung anwesenden Zunftmitglieder beschlossen werden. Die Mehr-heit muss jedoch mindestens der Hälfte aller einge-schriebenen Mitglieder entsprechen.

2Bei der Auflösung der Zunft muss das Vereinsvermögen während 20 Jahren bei der Raiffeisenbank in Reinach BL zinstragend deponiert werden.

Sollte während dieser Frist nicht eine neue Zunft im Sinne von § 2 dieser Satzung gegründet werden, wird das ganze Vermögen in eine Stiftung „Zunft zu Rebmessern Reinach BL“ umgewandelt. Die Erträge des Stiftungsvermögens sind im Sinne des Zweckartikels der Zunft einzusetzen.

3Der Bürgerrat Reinach BL amtet als Aufsichtsbehörde und ernennt einen Stiftungsrat von drei Mitgliedern. Das zunfteigene Inventar des Heimatmuseums wird nach Auflösung der Zunft unverzüglich der Einwohnergemeinde Reinach BL zu treuhänderischer Verwaltung übergeben. Nach Ablauf der obgenannten 20 Jahre geht das Inventar ebenfalls in den Besitz der genannten Stiftung über.

 

§ 18 Inkraftsetzung

Diese Satzungen wurden an der Zunftversammlung vom 19. November 2004 genehmigt und treten sofort in Kraft. Die Satzungen vom 18. November 1989 sind damit gegenstandslos.

 

Zunftmeister          Schreiber

André Sprecher      Paul Meier