Zunftfamilienbummel 2017

'Zunft-Famile im Elsass'

Es wäre reizvoll, aber anspruchsvoll, diesen Bericht im ‚Elsässerditsch z’schriiwa?. Im Internet kann aber dazu folgendes gelesen werden: ‚Wia alla Dialekta, wird ‚s’Elsassischa meischtens gsprocha. Im Alltàg, fer schriiwa, tien d Elsasser ehnder a Stàndàrdsproch verwanda: Hoochditch, Franzeesch, mankmol sogar a Mischung vu dana beida Sprocha’. Also lasse ich das!

In einem Bus führte Zeremonienmeister Markus Kilchher eine stattliche Teilnehmerschar nach Ungersheim ins écomusée d’alsace, dem grössten lebendigen Freilichtmuseum Frankreichs. Auf einem spannenden Rundgang wurde unsere Zunftfamilie in waschechtem ‚Elsässerditsch’ über viele Sehenswürdigkeiten und bautechnische Details informiert. Das Museum ist wie ein Dorf Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut. 1971 habe eine Gruppe junger Geschichts- und Architekturstudenten beschlossen, ein Projekt zur Erhaltung zahlreicher Gebäude ins Leben zu rufen. Als Folge davon wurde 1980 das erste Haus eines Taglöhners in Kötzingen abgebaut und hier in Ungersheim wieder aufgebaut, der Anfang des Muesums. 1984 öffnete das écomusée seine Tore für das breite Publikum. Auf einer gemächlichen Bootsfahrt konnten wir auf dem ‚Dorfbach’ die Informationen zu den verschiedenartigen Riegelbauten Revue passieren lassen und das sommerliche Wetter geniessen. Den Abschluss fand diese gemütliche Reise bei einem köstlichen Nachtessen im Restaurant Au Lion Rouge in Barthenheim.

 

Rolf Küfer, Chronist

Gedenkanlass zum Reinacher Erdbebenkreuz vom 12. Mai 2017

Pöbelei zwischen Adligen und einem Prister

Ein Ritter und ein Graf, beide offenbar betrunken, so wird berichtet, sollen 1356 auf ihrem Ritt von Aesch nach Basel im Gebiet auf der Wacht einem Priester begegnet sein. Diesen beleidigten sie und pöbelten ihn an. Mahnende Worte des Geistlichen blieben erfolglos; spottend ritten sie weiter. Kurz vor Basel bereute Graf Walram von Thierstein sein Benehmen und kehrte zurück, um sich zu entschuldigen. Den Priester fand er dort nicht mehr, hingegen begann plötzlich die Erde zu beben und er beobachtete, wie die Burgen im Birseck einstürzten. Da er selbst, seine Frau und sein Kind dieses Erdbeben heil überstanden, stiftete er ein Votivkreuz. Sein Weggefährte, Graf Werner von Bärenfels, ritt damals in die Stadt und kam beim Erdbeben ums Leben.

Dieses Kreuz stand jahrehundertelang an der Baselstrasse im Bereich der Einmündung Reichensteinerstrasse. Leider fiel es 1972 dem Ausbau der Hauptstrasse zum Opfer und wurde entsorgt.

In den Satzungen der Zunft zu Rebmessern steht unter anderem als Ziel, dass sie sich auf kulturhistorischem Gebiet betätigt. Daher beauftragte die Zunft 1978 den Grafiker Willy Göttin, ein neues Kreuz zu gestalten. Dieses Erdbebebenkreuz am Dornacherweg zeigt auf eindrückliche Art, leider hinter einer ungepflegten Hecke, wie der Künstler sich mit dem Erdbeben von 1356 auseinandersetzte. Die Zunft lud zu einem Informationsanlass über dieses Kreuz und das Basler Erdbeben ein. Eine stattliche Anzahl Interessenten trafen sich am vergangenen Freitag beim Kreuz, wo sie von Zunftmeister André Sprecher begrüsst wurden. Nach den Erklärungen von Willy Göttin zur Entstehung dieses Kreuzes führten zwei Tambouren hinter dem Zunftbanner die Leute auf die Banntagswiese. Dort kamen sie in den Genuss eines spannenden Vortrages von Historiker Dr. Franz Wirth über die damalige Erdbeben- und Brandkatastrophe in Basel. Mit Grilladen und Getränken, offeriert von der Zunft, endete der Anlass. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.

 

Rolf Küfer

Chronist

Ratsherrenmähli 2017

Durchs "Läckerli-Land" zum Ratsherrenmähli 2017

Es ist eine schöne Tradition, dass der Zunftrat jeweils im Januar die Mitglieder der Museumskommission als Dank für ihr Engagement zu einem Ratsherrenmähli einlädt. Zeremonienmeister Markus Kilchherr führte am 28.1.2017 die 28 Teilnehmer nach Frenkendorf, wo wir die neue Läckerlifabrik besuchen konnten. Eine Führung mit Interessanten Informationen, ergänzt durch Videofilme und zahlreiche süsse Müsterchen, zeigte uns, was hinter den Wänden des wie Blechbüchsen gestalteten Läckerli-Huus hergestellt, attraktiv verpackt und verschickt wird. Wir erfuhren, wie André Klein 1903, statt nach Amerika auszuwandern, dank einem Zwischenhalt in Basel dieses

Unternehmen gegründet hatte. Heute werden aus diesem topmodernen Fabrikationsbetrieb nebst den klassischen Läckerli zahlreichen Süssigkeiten wie Rahmtäfeli oder Pralinen in die ganze Welt versandt. Hinter allem spürt man den Unternehmergeist der heutige Besitzerin, Miriam Baumann-Blocher. Nach einem Abstecher in den Fabrikladen, um Läckerli und anderen Köstlichkeiten einzukaufen, wanderte die zünftige Schar ins Restaurant zum Seiler in Liestal, wo uns ein köstliches Nachtessen serviert wurde. Es war schon dunkel, als wir auf der Heimfahrt die vielen Eindrücke dieses spannenden Nachmittags Revue passieren liessen.

 

Rolf Küfer, Chronist